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Thomas und Heinrich Mann - Der Weg zum Ruhm führt über Rom

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Der Weg zum Ruhm führt über Rom

Palestrina, Sommer 1895:
Die Brüder Heinrich und Thomas Mann, Söhne aus gutem Lübecker Hause, haben dem bürgerlichen Leben eine Absage erteilt. Gemeinsam wohnen sie in der Pension ‚Casa Bernadini', wenige Kilometer östlich von Rom.
Man genießt das Leben, raucht, liest, malt – und schreibt.






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... der Weg nach Rom

Sie ließen das Kastell und die Engelsbrücke hinter sich […]. Zwischen dem trotzigen Cäsarengrab und den kläglichen Ruinen der unfertigen Straße tanzten in Flatterröcken über den blinkenden Fluß die späten, fleischesfrohen Genien. (H. Mann: Die Göttinnen)
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21 Jahre – so lange lebt Heinrich Mann mit einzelnen Unterbrechungen und Ortswechseln in Italien. Von 1893 bis 1914 reist er immer wieder durch dieses Land, begeistert davon, dass hier „allein die Liebe die erste Sache des Lebens [ist]". Im Jahr 1895 zieht es ihn nach Aufenthalten in Riva del Garda, Assisi und Florenz auch in die Hauptstadt Rom. Diese Stadt wird für Heinrich als Künstler und Dichter einen bedeutenden Einfluss haben.

Er selbst sieht seine Romreise als einen zentralen Bildungsprozess, reiht seinen Aufenthalt in seinen Memoiren in die Tradition der Italienreisen „von Winckelmann zu Goethe bis hinauf zu den frühesten deutschen Humanisten“ ein:
Generationen von Reisenden, Wissenden, Schwärmenden haben höher geatmet, wenn sie hier leben durften, und sind mit Trauer umgekehrt. Aus der Fontana di Trevi in Rom tranken wir zuletzt, damit wir wiederkämen.“
(Heinrich Mann: Ein Zeitalter wird besichtigt)

Zeitweise mit seinem Bruder zusammen verbringt der damals 24-jährige drei Jahre in Rom. Schon kurz nach Thomas Manns Ankunft im Juli 1895 reisen die Brüder gemeinsam nach Palestrina weiter – eine kleine, nahegelegene Stadt östlich von Rom.
Sie ließen das Kastell und die Engelsbrücke hinter sich […]. Zwischen dem trotzigen Cäsarengrab und den kläglichen Ruinen der unfertigen Straße tanzten in Flatterröcken über den blinkenden Fluß die späten, fleischesfrohen Genien. (H. Mann: Die Göttinnen)
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„Mein vier Jahre älterer Bruder Heinrich, der spätere Verfasser bedeutendster und einflußreichster Romandichtungen, lebte damals, abwartend wie ich in Rom und schlug mir vor, zu ihm zu stoßen. Ich reiste, und wir verlebten, was wenige Deutsche tun, einen langen, glutheißen italienischen Sommer zusammen in einem Landstädtchen der Sabiner Berge, Palestrina, dem Geburtsorte des großen Musikers. Den Winter, [...] verbrachten wir in der 'ewigen' Stadt als Untermieter einer guten Frau, die in der Via Torre Argentina eine Wohnung mit steinernen Fußböden und Strohstühlen innehatte. Wir waren Abonnenten eines kleinen Restaurants namens 'Genzano', das ich später nicht wiederfand und wo es guten Wein und vorzügliche 'Croquette di Pollo' gab. Abends spielten wir Domino in einem Café und tranken Punsch dazu. Wir verkehrten mit keinem Menschen. Hörten wir Deutsch sprechen, so flohen wir. Wir betrachteten Rom als Berge unserer Unregelmäßigkeit, und wenigstens ich lebte dort nicht um des Südens willen, den ich im Grunde nicht liebte, sondern einfach, weil zu Hause noch kein Platz für mich war."

(Thomas Mann: Lebensabriss)

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Ab September 1895 sind Heinrich und Thomas wieder in Rom. Sie wohnen in der Via Torre Argentina 34. „Von Rom bin ich begeistert,“ schreibt Thomas Mann seinem Freund Otto Grautoff.

Die Zeit in Rom zeigt sich für die jungen Brüder als ein Moment ersehnter Abgeschiedenheit und Freiheit, eine Suche nach Heimat, Identität und der eigenen Persönlichkeit, sei es als Mann, Künstler oder Dichter.  
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Postkarte Heinrich Manns an seine Mutter aus Rom
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„Die Onkels Heini [Heinrich] und Ommo [Thomas] waren also in Italien […] Briefe wurden vorgelesen: Die beiden lebten in Rom. Rom! Wie das klang! Ommo hatte zwei Zimmer in der Via Torre Argentina, nahe dem Pantheon. Wiederum klangvoll, doch unbegreiflich. Später kamen noch die Namen Palestrina und Campagna hinzu…“
Viktor Mann, Thomas' und Heinrichs jüngerer Bruder: Wir waren fünf)

Trotz der Suche nach Abgeschiedenheit und Freiheit stehen die Brüder während ihrer Zeit in Italien in regelmäßigem Briefkontakt mit Freunden und Familie. Sie geben Nachricht über ihre Reisepläne, Erlebnisse, Hoffnungen und Vorhaben in Italien und dessen Hauptstadt. Das Schreiben und die künstlerische Verwirklichung spielen hierbei stets eine bedeutende Rolle. So berichten Heinrich und Thomas neben bereits besuchten oder zukünftigen Reisezielen vor allem auch über ihre künstlerischen und dichterischen Inspirationen und Ideen.  
Auf einer Postkarte mit Bild des Forum Romanum schreibt Heinrich seiner Mutter am 10. Mai aus Rom (siehe Abbildung oben und links):
   
„Rom, Freitag, d. 10. Mai.
Liebe Mama, Deine l. Karte erhielt ich gestern in Neapel. Bei meiner Rückkehr von Sorrent. Morgen fahre ich nach Florenz. Besten Dank. Grüße Alle vielmals. Herzlich Dein Heinrich“




Postkarte Heinrich Manns an seine Mutter aus Rom
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Thomas Manns Briefe

Heinrich Manns Briefe

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„Als ich mit neunzehn Jahren zusammen mit meinem Bruder in Italien rumlungerte, machten wir zusammen ein buntes Bilderbuch mit Versen und unverschämten Legenden, ein Werk voller Skeptizismus, Opposition und Übermut [...]. Wir schenkten es unserer Schwester zur Konfirmation, und ich schwöre, es war das unpassendste Konfirmationsgeschenk, das je vergeben worden ist." (Thomas Mann: Auszug aus Lieber und geehrter Simplicissimus)
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„Ihn sehe ich an meiner Seite, wir beide jung, meistens auf Reisen, zusammen oder allein: an nichts gebunden - hätte man gesagt."
(Heinrich Mann: Ein Zeitalter wird besichtigt)  

Zeugnis dafür ist das außergewöhnliche Bilderbuch für artige Kinder (1897). Es wird das einzige Gemeinschaftsprojekt von Heinrich und Thomas Mann bleiben.

Sie schreiben Gedichte und Texte, illustrieren das Buch mit Karikaturen und anderen kolorierten Bildern. Es soll ein Konfirmationsgeschenk für die Schwester Carla werden. Die Brüder spotten darin über das Familienleben und die bürgerliche Welt, die sie versuchen, in Rom hinter sich zu lassen.    

Einige Jahre später reflektiert Thomas Mann in der Zeitschrift Simplicissimus diese Zeit mit dem Bruder und ihr gemeinsames Schreiben (siehe Bild links).

Als die Familie Mann 1933 Deutschland verlassen muss und ihr Haus in München von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wird, geht das Bilderbuch verloren. Es ist seitdem verschollen - nur wenige, schon vorher gedruckte Zeichnungen sind heute noch erhalten.
„Als ich mit neunzehn Jahren zusammen mit meinem Bruder in Italien rumlungerte, machten wir zusammen ein buntes Bilderbuch mit Versen und unverschämten Legenden, ein Werk voller Skeptizismus, Opposition und Übermut [...]. Wir schenkten es unserer Schwester zur Konfirmation, und ich schwöre, es war das unpassendste Konfirmationsgeschenk, das je vergeben worden ist." (Thomas Mann: Auszug aus Lieber und geehrter Simplicissimus)
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„Als wir jung waren, zu jener vorläufigen Zeit in Rom, saßest du während vieler Wochen täglich am Tisch und strichelst mit deiner Zeichenfeder an einer endlosen Bilderfolge, die wir ‚Das Lebenswerk‘ nannten und deren eigentlicher Titel ‚Die soziale Ordnung‘ lautete. Wirklich stellten diese Blätter, die wir zum langen Fries und dicker Rolle zusammenklebten, die menschliche Gesellschaft in allen ihren Typen und Gruppen dar, vom Kaiser und Papst bis zum Lumpenproletarier und Bettler   –  es war nichts ausgelassen in diesem trionfo sozialer Stufung, wir hatten Zeit und amüsierten uns wie wir konnten. Aber zweierlei deutete sich spielerisch und vorläufig an in diesem übermütig-geduldigen Jugendzeitvertreib: Im Format der Sinn für das große Unternehmen, das Monument, das Standardwerk, die Riesenkomposition, das große Geduldsopfer – dieser Sinn, […] der sich in deinen Romantrilogien bewährt. Und zweitens, im Thema, der eingedeutscht-romanische Gesellschaftsgeist, der dein Wesen bestimmt, die sozialkritische-politische Leidenschaft und Empfindlichkeit, die dir qualvoll den Blick schärfte für deutsche Übelstände, [...] das Werk voll patriotischer Bitternis und Hellsicht, den Roman vom deutschen Untertan eingab. An der Stellung, die du heute im deutschen Leben einnimmst, hat, von allen künstlerischen Genie abgesehen, dieser Gesellschaftsgeist, der mit dir ist, entscheidenden Anteil.“

(Thomas Mann: Vom Beruf des deutschen Schriftstellers in unserer Zeit. Ansprache an den Bruder)

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Aus der Perspektive der Manns - Das Pantheon heute von Via Argentina 34 aus gesehen © Dirk Heißerer
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„Die beiden lebten in Rom. Rom! Wie das klang! [...] Was aber damals, da unten im Süden, wirklich geschah, konnte nicht nur ich viel später erst begreifen: Das Ringen zweier Dichter um die Erkenntnis ihres Woher und damit um ihr Wohin."
(Viktor Mann: Wir waren fünf)

Als junge Männer reisen Heinrich und Thomas Mann in die Fremde, suchen Abgeschiedenheit, den Raum und die Zeit, sich künstlerisch zu verwirklichen und auch sich selbst neu zu definieren. Briefe und Tagebucheinträge zeugen von dieser Suche nach dem eigenen Ich der beiden Brüder als junge Männer, Künstler und Dichter.

So schreibt Heinrich Mann 50 Jahre später in einem Brief an Karl Lemke:
„1897 in Rom, Via Argentina 34, überfiel mich das Talent, ich wusste nicht, was ich tat. Ich glaubte einen Bleistiftentwurf zu machen, schrieb aber den beinahe fertigen Roman. Mein Talent ist in Rom geboren, nach dreijähriger Wirkung der Stadt.“

Und auch Thomas beschreibt in einem Brief an Freund Otto Grautoff die Veränderungen, die er an seiner Persönlichkeit als Schriftsteller, seinem Schreibstil und seinem Schreibzugang wahrnimmt:
Aus der Perspektive der Manns - Das Pantheon heute von Via Argentina 34 aus gesehen © Dirk Heißerer
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„Wie ich Dir wohl schon einmal schrieb: Seit einiger Zeit ist es mir, als hätte ich die Ellenbogen frei bekommen, als hätte ich Mittel und Wege gefunden, mich auszusprechen, auszudrücken, mich künstlerisch auszuleben, und während ich früher eines Tagebuchs bedurfte, um, nur fürs Kämmerlein, mich zu erleichtern, finde ich jetzt >novellistische<, öffentlichkeitsfähige Formen und Masken, um meine Liebe, meinen Haß, mein Mitleid, meine Verachtung, meinen Stolz, meinen Hohn und meine Anklagen – von mir zu geben … Das begann glaube ich, mit dem ‚Kleinen Herrn Friedemann‘. Neuerdings passiert es sogar, daß ich bei passender Gelegenheit den Gang der Handlung unterbreche und anfange, mich im Allgemeinen zu äußern, wie z.B. in ‚Luischen‘, wo ich eine kurze, ernsthafte Rede gegen den gecken- und mimenhaften Typus des kleinen modernen ‚Künstlers‘ halte. Und ich finde neue Formen, um noch mehr zu sagen – und ich >habe< etwas zu sagen! Du wirst hören von diesen Sachen, die ich demnächst zu machen gedenke, und auf die ich Dich ein wenig neugierig zu sein bitte: ‚Tobias Mindernickel‘ und ‚Antilocho IX‘…“  

(Thomas Mann in einem Brief an Otto Grautoff)

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... der Weg zum Ruhm

Das hügelige Palestrina: Die Stadt des Kirchenmusikers Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594)
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„Mein vier Jahre älterer Bruder Heinrich, der spätere Verfasser bedeutendster und einflußreichster Romandichtungen, lebte damals, abwartend wie ich, in Rom und schlug mir vor, zu ihm zu stoßen. Ich reiste, und wir verlebten, was wenige Deutsche tun, einen langen, glutheißen italienischen Sommer zusammen in einem Landstädtchen der Sabiner Berge, Palestrina, dem Geburtsorte des großen Musikers.“ (Thomas Mann: Lebensabriss)

Das hügelige Palestrina: Die Stadt des Kirchenmusikers Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594)
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Thomas Manns SCHREIBEN IN ROM

Heinrich Manns SCHREIBEN IN ROM

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Thomas Manns SCHREIBEN ÜBER ROM

Heinrich Manns SCHREIBEN ÜBER ROM

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...ruhmreich zurück in Rom

Der Petersplatz des Vatikans
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Heinrich Mann ist im April 1898 das letzte Mal in Rom. Er sieht bis ins Jahr 1926 hinein noch viel vom restlichen Italien. Thomas Mann kehrt 1953 zu zwei besonderen Anlässen zurück nach Rom.


Am 5. Oktober 1947 ernennt die Accademia die Lincei in Rom Thomas Mann zum ausländischen Mitglied der „Classe di Scienze morali, storiche e filosofiche“. Darüber ist Thomas Mann sehr erfreut und schreibt aus Pacific Palisades: „In dem Maße, wie es mir erlaubt ist, bin ich immer Vermittler und andächtiger Liebhaber italienischen Geistes und italienischer Kunst gewesen, und diese Banden haben sich nicht gelockert, im Gegenteil, sie sind mit der Entfernung und mit den Jahren noch fester geworden.“ 

Im Juni 1952 wird Thomas Mann erster Preisträger des Feltrini-Preises der Accademia die Lincei.
Am 29. April 1953 hat Thomas eine Privataudienz bei Papst Pius XII, dazu schreibt er in seinem Tagebuch am 01.05.1953: „[…] rührendstes und starkes Erlebnis, das seltsam tief in mir fortwirkt. In den rotausgeschlagenen Vorzimmern Begegnung mit Hutchins und Mortimer Adler, die auf meinen Allein-Empfang warten mußten. Dieser im Stehen. Die weiße Gestalt des Papstes vor mich tretend. Bewegte Kniebeugung und Dank für die Gnade. Hielt lange meine Hand. Über den Anlaß meines römischen Besuches und meinen Eindruck von der Stadt, wo man in Jahrhunderten wandelt. […] Zur Verabschiedung Überreichung der kleinen Gedenk-Medaille. »Ich weiß nicht, ob ich Ihnen vielleicht zur Erinnerung ...«. Darreichung der Hand. »Ist das der Ring des Fischers? Darf ich ihn küssen?« Ich tat es. Beglückwünschung zu meinem Wirken und Entlassung. Rückweg gewiesen von den Kämmerlingen in lila Seidenmänteln.“
Der Petersplatz des Vatikans
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Thomas Manns Rundfunkansprache

anlässlich des Rom-Besuchs 1953

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Impressum

„Auf den Spuren der Buddenbrooks“ begleiten Sie Thomas, Tony und Christian durch ihre Heimatstadt.
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Das Museum in der Mengstraße 4 in der Innenstadt Lübecks hat bis zum 29. Dezember 2019 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Danach schließt das Haus für einen großen Umbau. Die neue Ausstellung wird die Geschichte der Manns „vom Elternhaus zur Menschheit" (Heinrich Mann) erzählen.
Neuigkeiten zum Umbau finden Sie HIER
und auf unserer facebook-Seite.  

Während der Schließzeit finden Sie spannende Geschichten über die Manns in Lübeck ab dem 28. März 2020 im Museum Behnhaus Drägerhaus in der Königstraße 9-11.    

Außerdem hat das Buddenbrookhaus eine App herausgebracht:
„Auf den Spuren der Buddenbrooks“ ist weit mehr als ein Audioguide und HIER verfügbar.    


HIER finden Sie weitere Geschichten aus Rom.
„Auf den Spuren der Buddenbrooks“ begleiten Sie Thomas, Tony und Christian durch ihre Heimatstadt.
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Impressum

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"Alle Wege führen nach Rom" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI, gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Der Beitrag "Der Weg zum Ruhm führt über Rom"  ist eine Produktion des Buddenbrookhauses / Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrums, Lübeck.

  • Umsetzung: Theresa Mößmer, Tristan Bielfeld
  • Redaktion: Theresa Mößmer, Tristan Bielfeld, Britta Dittmann, Dr. Birte Lipinski
  • Wissenschaftliche Recherche und Mitarbeit: Tristan Bielfeld, Kerstin Kümmerlin, Susanne Neubrand, Theresa Mößmer, Hannah Lüdert, Marie-Louise Potratz
  • Künstlerische Gestaltung & Design: Theresa Mößmer, Susanne Neubrand
Besonderer Dank für die Bereitstellung der Bilder an Dirk Heißerer und das Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich.

Die Texte von Heinrich und Thomas Mann sind mit freundlicher Genehmigung vom S. Fischer Verlag veröffentlicht.

BILDQUELLEN

Titelseite; Schreiben in Rom: Brüder. Heinrich Mann stehend, Thomas Mann sitzend. ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Atelier Elvira / TMA_0017

Briefe aus Rom; Rom als Augenblick und Anfang; Schreiben in Rom:
Heinrich Mann ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_1200  
Thomas Mann, Porträt (Nachträgliche Reproduktion) ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_0018
Weihnachtsgruss (Nachträgliche Reproduktion)
Nahaufnahme von Thomas Manns Händen, schreibend ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_8327

Schreiben in Rom, Heinrich Mann, Die Göttinnen:
Heinrich Mann (Nachträgliche Reproduktion) ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_0931

Schreiben in Rom, Thomas Mann:
Thomas Mann, Porträt (Nachträgliche Reproduktion) ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Atelier Elvira / TMA_0016  
Thomas Mann, Porträt, schräg am Schreibstisch ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_0057

Schreiben über Rom:
Dichterbrüder (Nachträgliche Reproduktion). Heinrich Mann und Thomas Mann mit Hut und Mantel auf der Strasse stehend. Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_0171
 
Doktor Faustus:
Arbeit im Liegestuhl Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_3019

Rundfunkansprache:
Thomas Mann, Porträt ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_0531

Mit herzlichem Dank an das Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich für die Bereitstellung der Bilder

Gemeinsam – in Rom:
Zwei Zeichnungen aus dem Bilderbuch für artige Kinder  
Thomas Mann, "Das Läben", 1896 (links), Thomas Mann, "Mutter Natur", 1896 (rechts)
Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv   © Alle Rechte vorbehalten S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

In Rom und Palestrina:
Gästebuch: Zentrum Casa Bernardini, Palestrina. Quelle: Archiv Buddenbrookhaus / Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, aus der Sammlung Hellmut Sichtermann    

Briefe:
Briefe an Mutter Julia Mann Archivfotos: Quelle: Archiv Buddenbrookhaus   Telegrammentwurf an Ines Schmied Archivfoto: Quelle: Archiv Buddenbrookhaus
 
Der Weg nach Rom:
Trajansforum mit Trajanssäule und den beiden Barockkirchen Santa Maria di Loreto und Santissimo Nome di Maria aus dem 18. Jahrhundert

Der Weg zum Ruhm:
Rom, Via Appia Antica auf Höhe von Quatro miglio Quelle: Marc Walters Sammlung, Paris.
Mit herzlichem Dank an Sabine Arqué;
Porträt Giovanni Pierluigi da Palestrina, Wikimedia Commons

Ruhmreich zurück in Rom:
Blick auf den westlichen Teil des Forums von Osten, im Vordergrund die Säulen des Dioskurentempels (Castor-und-Polluxtempel), dahinter die Säulen des Saturntempels, die Phokasäule, die Kirche Santi Luca e Martina und die Kurie, im Hintergrund der Senatorenpalast

Die folgenden Bilder mit freundlicher Genehmigung von Dirk Heißerer, Inhaber des Copyrights:
Rom als Augenblick und Anfang:
Rom. Das Pantheon vor der Haustür;
Doktor Faustus:
Palestrina. Steinerner Saal Da Memmo;
Verewigungen in der ewigen Stadt:
Gedenktafel für Thomas Mann, Palestrina. Largo Heinrich Mann, Palestrina. Gedenktafel für die Brüder Mann, Palestrina. Via Thomas Mann © Dirk Heißerer

Buchcover:
Heinrich Mann: Im Schlaraffenland. Ein Roman unter feinen Leuten. München: 1900. © Foto H.-P.Haack  
Titelblatt Im Schlaraffenland. © Foto H.-P.Haack  
Heinrich Mann: Die Göttinnen oder die drei Romane der Herzogin von Assy. München: 1903, Bd. I: Diana. © Foto H.-P.Haack  
Thomas Mann: Der kleine Herr Friedemann. Novellen. Berlin: S. Fischer 1898.
Illustration: Johann Baptist Scherer
Thomas Mann: Buddenbrooks. S. Fischer 1903. Quelle: Buddenbrookhaus Archiv

der Weg zum Ruhm:
Athanasius Kirchner: Latinum. Id est nova et parallela Latii tum veteris tum novi descriptio ... Amsterdam 1671

Kunst in Rom:
Heinrich Mann: Selbstporträt, um 1905 Quelle: Akademie der Künste, Berlin / Heinrich-Mann-Archiv  
Der Zauberer Mottenkringel, Don Taddeo: Privatbesitz. Mit freundlicher Genehmigung von Jindrich Mann


Das Buddenbrookhaus/Impressum
Aufnahme von Torsten Wulff

Audio-Aufnahmen
Aufnahme und Bearbeitung: David Koch
Sprecher Thomas Mann: Jannek Petri
Sprecher Heinrich Mann: Michael Mienert


PRIMÄRLITERATUR
Heinrich Mann: Tagebucheintrag vom 26.01.1895 (HMA 466). In: Heinrich Mann 1871-1950 Werk und Leben in Dokumenten und Bildern. Hrsg. von der Akademie der Künste zu Berlin. Berlin/ Weimar: Aufbau 1971

Heinrich Mann: Briefe an Ludwig Ewers 1889-1913. Hg. von Ulrich Dietzek uns Rosemarie Eggert. Berlin und Weimar: Aufbau Verlag 1980

Heinrich Mann: Briefe an Karl Lemke 1917-1949. Berlin: Aufbau 1963

Heinrich Mann: Ein Zeitalter wird besichtigt. Stockholm 1943/44

Heinrich Mann: Novellen I. Hg. von der Akademie der Künste der Deutschen Republik. Berlin 1978

Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Berlin 1901

Thomas Mann: Bilse und Ich. München 1906

Thomas Mann: Auszug aus Lieber und geehrter Simplicissimus. München 1926

Thomas Mann: Lebensabriss. Berlin 1930

Thomas Mann: Vom Beruf des deutschen Schriftstellers in unserer Zeit. Ansprache an den Bruder. Berlin 1931

Thomas Mann: Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde. Stockholm 1947

Thomas Mann, Heinrich Mann: Briefwechsel 1900-1949. Hrsg. von Hans Wysling. Frankfurt am Main: Fischer 2005

Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff und Ida Boy-Ed. Hg. von Peter de Mendelssohn. Frankfurt a.M. 1975

Die Texte von Heinrich und Thomas Mann sind mit freundlicher Genehmigung vom S. Fischer Verlag veröffentlicht

Viktor Mann: Wir waren fünf. Konstanz 1949


SEKUNDÄRLITERATUR
Ilsedore Jonas: Thomas Mann und Italien. Heidelberg 1969

Volker Ebersbach: Heinrich Mann. Leipzig 1978

Jan Christian Metzler: „Mir ward es seltsam kalt“. Weiblichkeit und Tod in Heinrich Manns Frühwerk. Hamburg/ Berlin: Argument 2000

Ursula Bongaerts (Hg.): Heinrich und Thomas Mann in Italien. Rom 2005

Chiara Cerri: Heinrich Mann und Italien. München: Meidenbauer 2006

Bei der Recherche und thematischen Zusammenstellung dieser Seiten wurden unter anderem auch auf die Inhalte der Sonderausstellung "Herzensheimat" (2018) im Buddenbrookhaus Lübeck zurückgegriffen. Kurator dieser Ausstellung war Julius Sonntag unter Mitarbeit von Barbara Eschenburg.

Urheberrecht  
Das Buddenbrookhaus ist bestrebt, in allen Publikationen geltende Urheberrechte zu beachten. Sollte es trotzdem zu einer Urheberrechtsverletzung kommen, wird das Buddenbrookhaus das entsprechende Objekt nach Benachrichtigung aus seiner Publikation entfernen bzw. mit dem entsprechenden Urheberrecht kenntlich machen.
  
Inhalte  
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Haftungsansprüche gegen die Kulturstiftung Hansestadt Lübeck, die sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, welche durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen oder durch fehlerhafte und unvollständige Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.

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Prinz-Albert-Str. 34
53113 Bonn
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Tel.: 0228-224859
E-Mail: info@wege-nach-rom.de
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Registergericht: Amtsgericht Bonn
Registernummer: 4840

Vertretungsberechtigter Vorstand:
Dr. Wolfgang Trautwein

Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung: https://ec.europa.eu/odr

Wir sind zur Teilnahme an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle weder verpflichtet noch bereit.
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"[...] Was mich zu einer Ausnahme macht, ist, daß ich zwischen zwei Ländern hin und her pendele, von beiden Kulturen etwas habe und weder in einem noch in andern völlig zu Hause bin.“



(Heinrich Mann: Briefe an Ludwig Ewers 1889-1913.
Hg. von Ulrich Dietzel und Rosemarie Eggert. Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1980, S. 329-333)
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Brief an Ludwig Ewers 21. März 1893:
„Ende Sept. mache ich mich dann nach Italien auf, da mir das hiesige Klima auch noch nicht regelmäßig und gut genug war. Für Italien muß man sich natürlich präparieren. Ich habe mir also schon Stendal ‚Histoire de la peinture en Italie‘ angeschafft.“


(Heinrich Mann: Briefe an Ludwig Ewers 1889-1913.
Hg. von Ulrich Dietzel und Rosemarie Eggert. Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1980, S. 329-333)
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Der Zauberer Mottenkringel, Don Taddeo: Zeichnungen Heinrich Manns
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Auf der Feier zum 60. Geburtstag seines Bruders betont Thomas Mann den Enthusiasmus Heinrichs für die gestaltende Kunst, die er vor allem auch in der gemeinsamen Zeit in Rom auslebte:

"Als wir jung waren, zu jener vorläufigen Zeit in Rom, saßest du während vieler Wochen täglich am Tisch und strichelst mit deiner Zeichenfeder an einer endlosen Bilderfolge, die wir ‚Das Lebenswerk‘ nannten und deren eigentlicher Titel ‚Die soziale Ordnung‘ lautete. Wirklich stellten diese Blätter, die wir zum langen Fries und dicker Rolle zusammenklebten, die menschliche Gesellschaft in allen ihren Typen und Gruppen dar, vom Kaiser und Papst bis zum Lumpenproletarier und Bettler   –  es war nichts ausgelassen in diesem trionfo sozialer Stufung, wir hatten Zeit und amüsierten uns wie wir konnten. Aber zweierlei deutete sich spielerisch und vorläufig an in diesem übermütig-geduldigen Jugendzeitvertreib: Im Format der Sinn für das große Unternehmen, das Monument, das Standardwerk, die Riesenkomposition, das große Geduldsopfer – dieser Sinn, […] der sich in deinen Romantrilogien bewährt. Und zweitens, im Thema, der eingedeutscht-romanische Gesellschaftsgeist, der dein Wesen bestimmt, die sozialkritische-politische Leidenschaft und Empfindlichkeit, die dir qualvoll den Blick schärfte für deutsche Übelstände, [...] das Werk voll patriotischer Bitternis und Hellsicht, den Roman vom deutschen Untertan eingab. An der Stellung, die du heute im deutschen Leben einnimmst, hat, von allen künstlerischen Genie abgesehen, dieser Gesellschaftsgeist, der mit dir ist, entscheidenden Anteil.“

(Thomas Mann: Vom Beruf des deutschen Schriftstellers in unserer Zeit. Ansprache an den Bruder.)
Der Zauberer Mottenkringel, Don Taddeo: Zeichnungen Heinrich Manns
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„Vom Herbst 1893 bis zum Frühling 1898 saß ich tief in Italien, ich könnte sagen: ich saß fest. Denn wohin mit einem unregelmäßigen Dasein, das weder Erwerb noch einen bestimmt entschiedenen Beruf hat, das einfach dahingeht, immer nur aufnimmt und nichts anfängt? […] Ich habe damals das Land wahrhaftig nicht als distinguierter Fremder bereist. Äußerst wenig Geld und keine Garderobe, damit ist man genöthigt, zu leben wie ein Einheimischer aus der großen Menge, in Schichten, die nicht einmal der Einheimische von Rang kennt“
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Heinrich Mann, 1903.
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Der erste Teil des dreibändigen Romans trägt den Titel „Diana“ und spielt teilweise in Rom und Palestrina. Erzählt wird die Geschichte der jungen Herzogin Violante von Assy, die in ihrer Heimat Dalmatien nach einer von ihr angezettelten gescheiterten Revolution ihre Heimat verlassen muss. Sie flieht nach Italien und führt fortan ein Leben auf der Suche nach Freiheit, Liebe und Schönheit führt, wobei sie auch vielen hässlichen Dingen und dem Tod begegnet.

"Die Umgebung des Forums schlief lichtlos und ohne Geräusche. Die langen Zeiten entrückten diese Steine um Welten aus dem Dasein des ehrsamen Volkes bei Wein und Morraspiel, der schleichenden Geächteten in den Neubauten, der blassen Genießer vor den Kaffeehäusern. Zuweilen wandelte über schattenhafte Tempelstufen eine hagere Säule, in Mondstrahlen gekleidet, dicht vorüber an den Wagenfenstern der Frauen. Am dunkel starrenden Mauerwall des Kolosseums, unter dem Konstantinbogen weckten die Hufe und die Räder einen Widerhall, so mühsam, als sei er von einem längst verschollenen Echo der verspätete Rest. Dann erstieg der Weg, weiß zwischen den schwarzen Wänden von Klöstern und Zypressen, den Caelius."

Heinrich schreibt in einem Brief an seinen Verleger: „Sie [die Figur der Herzogin]ist bemerkenswerther Weise ein Mensch und wird ernst genommen; die meisten übrigen Figuren sind lustige Thiere wie im ›Schlaraffenland‹.“
Heinrich Mann, 1903.
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Novellen

Heinrich erarbeitete in Rom sechs Novellen.

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In dem Sammelband Das Wunderbare und andere Novellen von 1897 erschienen:

Die Gemme
Ein alter Gemmensammler erzählt die Geschichte seines neuesten Schmuckstücks, nach dem er jahrzehntelang gesucht hat.

Enttäuschung
Eine sterbenskranke Künstlerin wird von einer Enttäuschung geplagt, die auch eine goldene Saphir-Armspange nicht mindert.

Geschichten aus Rocca de′ Fichi
Eine Legende aus alten Zeiten findet über eine mystische Frauenfigur Einzug in die Gegenwart der Campagna.


In Ein Verbrechen und andere Geschichten von 1898 erschienen:

Doktor Biebers Versuchung
Eine kranke, aber auf hübsche Art zerbrechliche junge Frau bringt in einem Sanatorium einen machtlosen Arzt in Versuchung.

Das Stelldichein
Das rätselhafte Zusammentreffen eines Malers mit einer Frau, die er für die Vorlage eines längst entstandenen Porträts hält.

Ein Verbrechen
Eine verheiratete Frau bittet ihren Liebhaber um ein Verbrechen, damit ihr Ehemann kein Problem mehr darstellt.

Zudem schreibt er in Palestrina die Novelle
Die Königin von Zypern
Für diese Novelle nimmt sich Heinrich das Byzantinische Reich zum Vorbild für die Darstellung politischer Machenschaften.
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Die kleine Stadt

Eine Skizze Palestrinas von Heinrich Mann
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Palestrina ist als Vorbild einer kleinen italienischen Stadt zu erkennen, deren Alltag durch das Gastieren einer Theatergruppe auf den Kopf gestellt wird. Dem Einzug der Kunst folgen Befreiungen, Empörungen und Diskussionen, durch Kunst wird Menschlichkeit und Demokratie befördert. Auch die Schattenseiten werden nicht vergessen: in der kleinen Stadt kommt es zu Affären, Ränkespielen und Bränden.

Heinrich sagt über diesen Titel: „Die Kleine Stadt ist mir von meinen Romanen der liebste […] Es ist Wärme darin, die Wärme der Demokratie.“

Am 30. September 1909 schreibt Thomas Mann an den Bruder Heinrich: „Das Ganze liest sich wie ein hohes Lied der Demokratie, …“ und „Es enthält viel in hohem und fortgeschrittenem Sinne Zeitgemäßes.“
Eine Skizze Palestrinas von Heinrich Mann
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Der »verkommene Gymnasiast« Karikatur von Thomas Mann in "Wilmanns Deutscher Schulgrammatik". Quelle: Buddenbrookhaus/ Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum © Fotoarchiv der Hansestadt Lübeck
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Als Karikaturist übt sich Thomas Mann schon früh.
Bereits während seiner Schulzeit zeichnet der junge Thomas sich und seine Umgebung. So auch auch in der Skizze des "verkommenen Gymnasiasten" in seinem Schulbuch Wilmanns Deutsche Schulgrammtik
(siehe Abbildung links).

In seiner Karikatur des "Läben" aus dem Bilderbuch für artige Kinder (siehe Abbildung vorherige Seite) sind womöglich Gesichtszüge Thomas Manns selbst zu erkennen. Auch das oben dargestellte Selbstportrait Thomas Manns stammt aus dieser in Italien und Rom verbrachten Zeit, 1889.

Allerdings konzentriert sich Thomas in Rom und Palestrina primär auf die schreibende Kunst. Sein Bruder Heinrich hingegen geht in den ersten Jahren seines Italienaufenthaltes neben der Literatur auch sehr seiner Leidenschaft für die bildende Kunst nach.


 
Der »verkommene Gymnasiast« Karikatur von Thomas Mann in "Wilmanns Deutscher Schulgrammatik". Quelle: Buddenbrookhaus/ Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum © Fotoarchiv der Hansestadt Lübeck
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Göttinnen

Der erste Teil des dreibändigen Romans trägt den Titel „Diana“ und spielt teilweise in Rom und Palestrina. Erzählt wird die Geschichte der jungen Herzogin Violante von Assy, die ihre Heimat Dalmatien nach einer von ihr angezettelten gescheiterten Revolution verlassen muss. Sie flieht nach Italien und führt fortan ein Leben auf der Suche nach Freiheit, Liebe und Schönheit, wobei sie auch vielen hässlichen Dingen und dem Tod begegnet.

Heinrich schreibt über die Figur der Herzogin in einem Brief an seinen Verleger: „Sie ist bemerkenswerther Weise ein Mensch und wird ernst genommen; die meisten übrigen Figuren sind lustige Thiere wie im ›Schlaraffenland‹.“

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„Die Umgebung des Forums schlief lichtlos und ohne Geräusche. Die langen Zeiten entrückten diese Steine um Welten aus dem Dasein des ehrsamen Volkes bei Wein und Morraspiel, der schleichenden Geächteten in den Neubauten, der blassen Genießer vor den Kaffeehäusern. Zuweilen wandelte über schattenhafte Tempelstufen eine hagere Säule, in Mondstrahlen gekleidet, dicht vorüber an den Wagenfenstern der Frauen. Am dunkel starrenden Mauerwall des Kolosseums, unter dem Konstantinbogen weckten die Hufe und die Räder einen Widerhall, so mühsam, als sei er von einem längst verschollenen Echo der verspätete Rest. Dann erstieg der Weg, weiß zwischen den schwarzen Wänden von Klöstern und Zypressen, den Caelius.“
(Heinrich Mann: Die Göttinnen)

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Heinrich Mann betont gegenüber seiner Familie und seinem Jugendfreund Ludwig Ewers immer wieder in seinen Briefen, dass es sich nicht um Urlaub, sondern eine Bildungsreise, eine Literaturreise zur Weiterbildung handele.
Italien sollte jedoch zu mehr werden: Heinrich findet hier eine zweite Heimat, lebt im romanischen Süden wie ein Einheimischer – zumindest temporär:

„Ich habe mich viel in Italien aufgehalten: anfangs um der Farben und Linien willen, die hier Land und Kunst haben, allmählich immer mehr aus Interesse am Volk. [….]. Ich ging, sobald ich konnte, heim nach Italien. Ja, eine zeitlang glaubte ich zu Hause zu sein.“

(Heinrich Mann: Autobiographie. Skizze)

Immer wieder zieht es Heinrich zurück nach Deutschland. In diesem Zeitraum führt er auch seine erste ernsthafte Beziehung und verlobt sich mit Inés Schmied, der Tochter eines argentinischen Plantagenbesitzes.  
Sie beeinflusst die Entstehung des Romans Zwischen den Rassen und setzt nach ihrer Auflösung der Verlobung im Jahr 1910 in Heinrich auch ein großes Interesse an einem ganz anderem Gebiet des literarischen Schreibens in Gang: das Theater.  
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"[...] Was mich zu einer Ausnahme macht, ist, daß ich zwischen zwei Ländern hin und her pendele, von beiden Kulturen etwas habe und weder in einem noch in andern völlig zu Hause bin.“

Brief an Ludwig Ewers

Augsburg, Alexanderstraße 22, 15. September 1905

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„Vom Herbst 1893 bis zum Frühling 1898 saß ich tief in Italien, ich könnte sagen: ich saß fest. Denn wohin mit einem unregelmäßigen Dasein, das weder Erwerb noch einen bestimmt entschiedenen Beruf hat, das einfach dahingeht, immer nur aufnimmt und nichts anfängt? […] Ich habe damals das Land wahrhaftig nicht als distinguierter Fremder bereist. Äußerst wenig Geld und keine Garderobe, damit ist man genöthigt, zu leben wie ein Einheimischer aus der großen Menge, in Schichten, die nicht einmal der Einheimische von Rang kennt.“

Brief an Paul Hatvani

3. April 1922

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„Liebe Nena
ich kann wegen Halsleiden vorlaeufig nicht nach Deutschland sehne mich aber schrecklich nach Dir. Bitte komme nach Mailand Regina Hôtel und telegraphire mir sofort noch heute, wann Du dort, ich komme sofort. Musst Du in Zürich bleiben, komme ich auch dorthin. Erfülle meine Bitte! Ganz Dein | Heinrich | Rom | Parkhotel
Ines Schmied | bei Dr. Koelliker Zürich | Wilfriedort“

Telegrammentwurf an Ines Schmied

Rom, ohne Datum (nach dem 7. März 1908)

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„Naples. 2. Mai 1901 Abends |
Liebe Mama, ich schreibe Die nur flüchtig, wo ich momentan bin. Ich mache eigentlich keine Vergnügungsreise, sondern sammle mit Eifer und Aufgebot meiner Kräfte das Material für den 3ten Theil meines Romans. Seit gestern Nachmittag fahre ich fortwährend im Wagen durch | das üppige Campanien. Ich war in Capua, Caserta, Aversa. Vorgestern in Rom. In Neapel bleibe ich nur morgen, dann wieder aufs Land, um Studien zu machen. Ich kann Dir keine Adresse angeben, höchstens Neapel posta restante, wo ich nach 6 Tagen, wenn ich wiederkomme, nach Briefen frage.
Herzl. Gruß an Euch Alle  
Dein Heinrich“

Brief an Mutter Julia Mann

Neapel, 2. Mai 1901

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Brief an Ludwig Ewers

21. März 1893

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„Ende Sept. mache ich mich dann nach Italien auf, da mir das hiesige Klima auch noch nicht regelmäßig und gut genug war. Für Italien muß man sich natürlich präparieren. Ich habe mir also schon Stendal ‚Histoire de la peinture en Italie‘ angeschafft.“

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Heinrich Mann - Werke in Rom

Vom Anblick der Hauptstadt Italiens vollkommen fasziniert schreibt er am 26. Januar 1895 in sein Tagebuch:
„Gefühl unbesiegbarer Fremdheit [...], als sei ich in einem Wunderlande.“
Rom und die italienische Lebensweise inspirieren das künstlerische Schaffen des jungen Literaten. Er erfährt  einen regelrechten Schreibrausch, den er in einem Brief an Freund Karl Lemke als einen wahrhaft kreativen Überfall beschreibt:
„1897 in Rom [...] überfiel mich das Talent.“
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Im Schlaraffenland

Einband der Erstausgabe, 1900.
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„Als Fünfundzwanzigjähriger in Rom erfand ich eine meiner ersten Geschichten.“
(Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt, Die geistige Lage)


Im Schlaraffenland erzählt die Geschichte des Emporkömmlings Andreas Zumsee. Der junge, nur mäßig begabte Schriftsteller macht durch viel Glück Karriere im Kulturbetrieb – bis er einen schweren Fehler begeht.
Heinrich Mann erzählt vom Aufstieg und Fall des Protagonisten, der zu anfällig ist für den Glanz der Welt der Reichen. Aus Rom blickt er zurück auf seine Volontärsjahre in Berlin und karikiert die dortige wilhelminische Welt, die letztlich nur dem Geld gehorcht. Mann findet mit dem Roman Thema und Ton, die ihn bekannt machen werden: den satirisch-kritischen Gesellschaftsroman über das deutsche Bürgertum.
Einband der Erstausgabe, 1900.
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Heinrich Mann - Werke über Rom

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„Ich kann sagen, dass ich Rom kenne, wenn auch nicht das heutige Rom. Ich habe in Rom gelebt, als ganz junger Mann von 20 oder 21 Jahren, beinahe ein Jahr lang zusammen mit meinem verstorbenen Bruder Heinrich; wir haben den Winter in der Stadt verbracht und den Sommer in Palestrina, einem sehr schönen Ort, den ich immer in wunderbarer Erinnerung behalten habe. Rom selbst hat etwas ungeheuer Eindrucksvolles. Für mich ist es, als ob man durch die Jahrhunderte wandelte, und neben dem Alten sieht man das Neue. Selbstverständlich hat sich die Stadt in den 58 Jahren, die ich nicht hier war, außerordentlich verändert. Es ist ein eigentümliches Gefühl, zugleich mit einer Stadt wohlvertraut zu sein und sie als etwas ganz Neues und Fremdes wiederzufinden. Ich kann aber sagen, dass ich in Rom in einer Herzlichkeit aufgenommen bin und so viele Freunde hier gefunden habe, wie ich es mir niemals habe träumen lassen. Ich habe nicht gewusst, dass unter den römischen, den italienischen Intellektuellen so viel Interesse und so viel Sympathie für meine Arbeit vorhanden ist, und ich bin tief berührt von dieser Erfahrung. Ich kann nur meine tiefe und herzliche Dankbarkeit aussprechen für das Glück und die Ehre, die mir diese leider nur wenig zahlreichen römischen Tage bereitet haben.

Auf Wiedersehen.“

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Auch Thomas Mann schreibt in die Heimat.
Neben einzelnen Geburtstagswünschen und Ansichtskarten an die Familie berichtet der junge Autor vor allem seinem Schulfreund Otto Grautoff über seine Zeit in Rom – Briefe, die bis heute eine der bedeutendsten Quellen zur Entstehungsgeschichte seines Romans Buddenbrooks darstellen.
Voll Begeisterung schildert Thomas seine Eindrücke von der italienischen Hauptstadt.
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„Weißt Du das neuste? Übermorgen reise ich ab und zwar nach – Italien. Heute früh bekam ich einen Brief von meinem Bruder, und nun ist alles in Ordnung. Deutschland wird mich fürs erste nicht mehr sehen. […] Meine Adresse wird fürs erste sein: Palestrina (presso Roma) Casa Pastina-Bernardini Der Abschied aus München wird mir aus einigen Gründen recht schwer; aber sie will mir schreiben, und andererseits bin ich natürlich voll Begeisterung. In den letzten Tagen habe ich ziemlich fleißig gearbeitet, und in Italien wird viel schattige Ruhe in schweigsamen Hainen mein Schaffen begünstigen. Wenn ich dort nicht mindestens ein Dutzend Novellen concipiere, so will ich kein Künstler sein.“

Brief an Otto Grautoff

10. Juli 1895

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„Lieber Grautoff. Ich möchte wissen, warum ich kein Wort mehr von Dir zu sehen bekomme. Die italienische Post ist sehr miserabel. Entweder ist mein letzter Brief, der bemerkenswert poetisch war, verloren gegangen, und Du wartest noch immer auf Nachricht von mir; oder Du hast mir schon wieder geschrieben, und ich habe nichts bekommen. Wie verhält es sich? - - Von Rom bin ich begeistert! Du gehörst auch nach Rom… - Ich werde so lange wie möglich hier bleiben; wahrscheinlich bis Mitte November.“

Postkarte an Otto Grautoff

Rom, Via Torre Argentina 34; 5. Oktober 1895

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Brief an Otto Grautoff

München, 17. Februar 1896

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„[…] Im nächsten Monat kommt mein Bruder hierher, worauf ich mich sehr freue. Der Sommer wird mir in Gemeinschaft mit ihm viel schneller vergehen, und im Herbst geht es wieder nach Italien, - was mich mit Entzücken erfüllt. Oh mein Rom! Sähe ich erst Deine Säulen wieder! Und Deine >Menschen<…“

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Brief an Otto Grautoff

München, 19. März 1896

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„Ach, wenn ich des Chianti gedenke, des dunkel glühenden mit dem man in Italiens Trattorien das Glas mir füllte! Daß dieser Sommer, der langsam naht, schon vorüber wäre! Daß ich mich schon in den Eilzug werfen könnte, um Österreich gelind zu verschlafen und, gleich Fausten, in 'leiblicher Gesellschaft' zu erwachen, wo schöne Menschen zum Überfluß mir noch ihr 'Buon giorno' zurufen!“

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Postkarte an Otto Grautoff

Rom, 3. Dezember 1897

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„Lieber Grautoff, Ich wohne hier Via del Pantheon 57,II, woselbst ich sehr bald einen Brief von Dir erwarte. Hoffentlich hast Du meinen letzten bekommen. Befolge in der äußeren Form Deines Briefes Ratschläge, die ich Dir gab. Verzeih meine Kürze und die Schrift. Ich schreibe im Restaurant nach Genuß verschiedener Weine. Besten Gruß T.M.“

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Brief an Otto Grautoff

Rom, Via del Pantheon 57,II, 13. Januar 1897

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"Mein lieber Grautoff, Mein Leben in Rom ist noch das relativ angenehmste, das ich leben kann, zumal meine literarische Verbindung mit Deutschland nicht abgebrochen ist und die interessanten Bücher und Journale mir zugänglich sind. [...] Gewöhnt übrigens daran, das Pantheon vor der Hausthür zu haben und vom Pincio über die majestätische Stadt nach Sankt Peter blicken zu können, ängstige ich mich wie vor einem bösen Schicksal davor, im nächsten Jahre in Münchens Schwanthaler-Öde zurückzukehren […]. Wir haben hier, solange die Tramontana anhält, verhältnismäßig kaltes Wetter bei blauem Himmel gehabt; nun wird der Scirokko wohl bis Ende Februar die Herrschaft behalten, denn im März beginnt ohnehin der Frühling, - der erste Frühling, den ich in Italien erleben werde: also der erste, den ich überhaupt erlebe.“

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Casa Bernardini, Palestrina
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In der Pension Casa Bernardini in Palestrina verbringen sie, so erinnert sich Thomas Mann später, "einen glutheißen italienischen Sommer":  

"Mein vier Jahre älterer Bruder Heinrich, der spätere Verfasser bedeutendster und einflußreichster Romandichtungen, lebte damals, abwartend wie ich in Rom und schlug mir vor, zu ihm zu stoßen. Ich reiste, und wir verlebten, was wenige Deutsche tun, einen langen, glutheißen italienischen Sommer zusammen in einem Landstädtchen der Sabiner Berge, Palestrina, dem Geburtsorte des großen Musikers. Den Winter, [...] verbrachten wir in der 'ewigen' Stadt als Untermieter einer guten Frau, die in der Via Torre Argentina eine Wohnung mit steinernen Fußböden und Strohstühlen innehatte. [..] Wir verkehrten mit keinem Menschen. Hörten wir Deutsch sprechen, so flohen wir. Wir betrachteten Rom als Berge unserer Unregelmäßigkeit, und wenigstens ich lebte dort nicht um des Südens willen, den ich im Grunde nicht liebte, sondern einfach, weil zu Hause noch kein Platz für mich war."
 (Thomas Mann: Lebensabriss)  

 Ab September 1895 sind Heinrich und Thomas wieder in Rom. Sie wohnen in der Via Torre Argentina 34. "Von Rom bin ich begeistert," schreibt Thomas Mann seinem Freund Otto Grautoff.

Die Zeit in Rom zeigt sich für die jungen Brüder als ein Moment ersehnter Abgeschiedenheit und Freiheit, eine Suche nach Heimat, Identität und der eigenen Persönlichkeit, sei es als Mann, Künstler oder Dichter.  

Casa Bernardini, Palestrina
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Thomas Mann - Werke in Rom

Nicht nur die ersten Notizen zu Buddenbrooks verfasst Thomas Mann in Rom. In einem Brief an Otto Grautoff (München 17.01.1896) listet er einige andere Manuskripte auf:
„Die Reihenfolge, in der die Manuskripte entstanden sind, ist diese: ‚Im Mondlicht‘ (Palestrina, August 95), ‚Begegnungen‘ (Porto d’Anzio, September 95), ‚Zur Psychologie des Leidenden‘ (hier, November 95), und ‚Der Wille zum Glück‘ (hier, Dezember 95).“

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Im Hintergrund zu sehen ist die erste Seite des Manuskripts von Buddenbrooks, datiert: "Rom, Ende Oktober 1897".


Buddenbrooks in Rom

„Als ich
Buddenbrooks zu schreiben begann, saß ich in Rom, drei Jahre schrieb ich an dem Buch mit Müh und Treu.“ (Thomas Mann: Bilse und ich)

Im Sommer 1897 begann Thomas Mann in Palestrina mit den Vorarbeiten für seinen weltberühmten Roman Buddenbrooks (1901). Fern von seiner Heimat ließ er sich von eben dieser für den Roman inspirieren. Er trug den „Stoff“ für seinen ersten Roman zusammen, indem er unter anderem briefliche Korrespondenzen mit Verwandten und Freunden aus Lübeck führte. Im Herbst desselben Jahres begann Thomas Mann mit ersten Niederschriften des Romans.

Buddenbrooks erzählt in vier Generationen das Leben und den Verfall der norddeutschen Kaufmannsfamilie Buddenbrook.



Rom in Buddenbrooks

Thomas Manns Aufenthalt in Rom hat in Buddenbrooks Spuren hinterlassen. So wird etwa in einem der ersten Kapitel beschrieben, wie ein Gast während einer Abendgesellschaft bei den Buddenbrooks von seinem Aufenthalt in Rom berichtet:
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„Das Gespräch floß in einen Gegenstand zusammen, als Jean Jacques Hoffstede auf sein Lieblingsthema zu sprechen kam, auf die italienische Reise, die er vor fünfzehn Jahren mit einem reichen Hamburger Verwandten gemacht hatte. Er erzählte von Venedig, Rom und dem Vesuv, er sprach von der Villa Borghese, wo der verstorbene Goethe einen Teil seines Faust geschrieben habe, er schwärmte von Renaissance-Brunnen, die Kühlung spendeten, von wohlbeschnittenen Alleen, in denen es sich so angenehm lustwandeln lasse, und jemand erwähnte des großen, verwilderten Gartens, den Buddenbrooks gleich hinter dem Burgthore besaßen . . .“
(Thomas Mann: Buddenbrooks)

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Thomas Mann - Werke über Rom

Der Steinkeller, der den Tatort des Teufelspakts inspirierte, heute © Dirk Heißerer
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Der erzählende Freund des Komponisten Leverkühn ist Serenus Zeitblom und berichtet von den vielen Außergewöhnlichkeiten in Adrians Leben – von einem  Pakt mit dem Teufel, von  großen kompositorischen Erfolgen, von einem Leben ohne Liebe und dem Ende in geistiger Umnachtung.
Thomas Mann schrieb den Roman zwischen Mai 1943 und Januar 1947, seine Tage in Rom und Palestrina waren lange her. Dennoch haben Palestrina und Rom im Doktor Faustus Erwähnung gefunden:
Der Steinkeller, der den Tatort des Teufelspakts inspirierte, heute © Dirk Heißerer
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„Der Ort war Palestrina, die Geburtsstätte des Komponisten, Praeneste mit ihrem antiken Namen und als Penestrino, Trutzburg der Fürsten Colonna, von Dante im 27. Gesange des Inferno erwähnt, – eine pittoresk am Berge lehnende Siedlung, in welche vom unteren Kirchplatz eine von den Häusern beschattete, nicht eben reinliche Treppengasse hineinführte. Eine Sorte kleiner schwarzer Schweine lief darauf herum, und leicht konnte von den breitbepackten Eseln einer, die dort ebenfalls auf und abschritten, mit seiner ausladenden Last den unachtsamen Fußgänger an die Häuserwand drücken. Über die Ortschaft hinaus führte die Straße als Bergsteig weiter, an einem Kapuzinerkloster vorbei auf den Gipfel des Hügels zu der nur noch in geringen Trümmern vorhandenen Akropolis, bei der auch die Ruinen eines antiken Theaters gelegen waren.“
(Thomas Mann: Doktor Faustus)

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„Sie wohnten in der Via Torre Argentina nahe dem Teatro Costanzi und dem Pantheon, drei Treppen hoch bei einer Vermieterin, die ihnen Frühstück und Kollation bereitete. In einer benachbarten Trattoria nahmen sie die Hauptmahlzeit zu einem monatlichen Pauschalpreise. Die Rolle des Klostergartens von Palestrina spielte in Rom die Villa Doria Panfili, wo sie an warmen Frühlings- und Herbsttagen bei einem schön gestalteten Brunnen, an den von Zeit zu Zeit eine Kuh oder ein frei weidendes Pferd zum Trinken trat, ihren Arbeiten nachhingen.“
(Thomas Mann: Doktor Faustus)

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„Weißt Du das neuste? Übermorgen reise ich ab und zwar nach – Italien. Heute früh bekam ich einen Brief von meinem Bruder, und nun ist alles in Ordnung. Deutschland wird mich fürs erste nicht mehr sehen. […] Meine Adresse wird fürs erste sein: Palestrina (presso Roma) Casa Pastina-Bernardini Der Abschied aus München wird mir aus einigen Gründen recht schwer; aber sie will mir schreiben, und andererseits bin ich natürlich voll Begeisterung. In den letzten Tagen habe ich ziemlich fleißig gearbeitet, und in Italien wird viel schattige Ruhe in schweigsamen Hainen mein Schaffen begünstigen. Wenn ich dort nicht mindestens ein Dutzend Novellen concipiere, so will ich kein Künstler sein.“


(Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928. Hg. v. Peter de Mendelssohn. Frankfurt am Main 1975, S. 58)
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„Ich kann sagen, dass ich Rom kenne, wenn auch nicht das heutige Rom. Ich habe in Rom gelebt, als ganz junger Mann von 20 oder 21 Jahren, beinahe ein Jahr lang zusammen mit meinem verstorbenen Bruder Heinrich; wir haben den Winter in der Stadt verbracht und den Sommer in Palestrina, einem sehr schönen Ort, den ich immer in wunderbarer Erinnerung behalten habe. Rom selbst hat etwas ungeheuer Eindrucksvolles. Für mich ist es, als ob man durch die Jahrhunderte wandelte, und neben dem Alten sieht man das Neue. Selbstverständlich hat sich die Stadt in den 58 Jahren, die ich nicht hier war, außerordentlich verändert. Es ist ein eigentümliches Gefühl, zugleich mit einer Stadt wohlvertraut zu sein und sie als etwas ganz Neues und Fremdes wiederzufinden. Ich kann aber sagen, dass ich in Rom in einer Herzlichkeit aufgenommen bin und so viele Freunde hier gefunden habe, wie ich es mir niemals habe träumen lassen. Ich habe nicht gewusst, dass unter den römischen, den italienischen Intellektuellen so viel Interesse und so viel Sympathie für meine Arbeit vorhanden ist, und ich bin tief berührt von dieser Erfahrung. Ich kann nur meine tiefe und herzliche Dankbarkeit aussprechen für das Glück und die Ehre, die mir diese leider nur wenig zahlreichen römischen Tage bereitet haben.

Auf Wiedersehen.“


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„Lieber Grautoff. Ich möchte wissen, warum ich kein Wort mehr von Dir zu sehen bekomme. Die italienische Post ist sehr miserabel. Entweder ist mein letzter Brief, der bemerkenswert poetisch war, verloren gegangen, und Du wartest noch immer auf Nachricht von mir; oder Du hast mir schon wieder geschrieben, und ich habe nichts bekommen. Wie verhält es sich? - - Von Rom bin ich begeistert! Du gehörst auch nach Rom… - Ich werde so lange wie möglich hier bleiben; wahrscheinlich bis Mitte November.“


(Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928, S. 60)
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Erstausgabe (1898)
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„Noch während meines römischen Aufenthalts erschien mein erstes kleines Buch … Ich durfte <mich> in den Auslagen römischer Librerien liegen sehen.“ (Thomas Mann: Lebensabriss)


In Rom schreibt Thomas Mann drei Erzählungen, die 1898 in der Novellensammlung Der kleine Herr Friedemann veröffentlicht werden:

Der Bajazzo
Ein durchaus selbstironischer Blick auf das arbeitsscheue und kulturliebende Leben jenseits der Konventionen.

Tobias Mindernickel
Anhand eines Außenseiters und seines Hundes erfolgt eine tragikomische Sicht auf Mitleid und die Mitleidsforderung, wie sie Schopenhauer prägte.

Der Wille zum Glück
Am Trevi-Brunnen in Rom wird einem jungen Herzkranken auf spektakuläre Weise ein Omen für seine Hochzeit offenbar.
Erstausgabe (1898)
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„[…] Im nächsten Monat kommt mein Bruder hierher, worauf ich mich sehr freue. Der Sommer wird mir in Gemeinschaft mit ihm viel schneller vergehen, und im Herbst geht es wieder nach Italien, - was mich mit Entzücken erfüllt. Oh mein Rom! Sähe ich erst Deine Säulen wieder! Und Deine >Menschen<…“


                                                                   (Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928, S. 69f.)                                                                                
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„Ach, wenn ich des Chianti gedenke, des dunkel glühenden mit dem man in Italiens Trattorien das Glas mir füllte! Daß dieser Sommer, der langsam naht, schon vorüber wäre! Daß ich mich schon in den Eilzug werfen könnte, um Österreich gelind zu verschlafen und, gleich Fausten, in 'leiblicher Gesellschaft' zu erwachen, wo schöne Menschen zum Überfluß mir noch ihr 'Buon giorno' zurufen!“


(Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928, S. 73)
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Erste Seite des Manuskripts von Buddenbrooks, datiert: "Rom, Ende Oktober 1897" Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv © Alle Rechte vorbehalten S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main
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Buddenbrooks in Rom

„Als ich Buddenbrooks zu schreiben begann, saß ich in Rom, drei Jahre schrieb ich an dem Buch mit Müh und Treu." (Thomas Mann, Bilse und ich, 1905)

Im Sommer 1897 begann Thomas Mann in Palestrina mit den Vorarbeiten für seinen Weltberühmten Roman Buddenbrooks (1901). Fern von seiner Heimat ließ er sich von eben dieser für den Roman inspirieren. Er trug den "Stoff" für seinen ersten Roman zusammen, indem er unter anderem briefliche Korrespondenzen mit Verwandten und Freunden aus Lübeck führte. Im Herbst desselben Jahres begann Thomas Mann mit ersten Niederschriften des Romans.

Buddenbrooks erzählt in vier Generationen das Leben und den Verfall der norddeutschen Kaufmannsfamilie Buddenbrook.



Rom in Buddenbrooks

Thomas Manns Aufenthalt in Rom hat in Buddenbrooks Spuren hinterlassen. So wird etwa in einem der ersten Kapitel beschrieben, wie ein Gast während einer Abendgesellschaft bei den Buddenbrooks von seinem Aufenthalt in Rom berichtet:

»Das Gespräch floß in einen Gegenstand zusammen, als Jean Jacques Hoffstede auf sein Lieblingsthema zu sprechen kam, auf die italienische Reise, die er vor fünfzehn Jahren mit einem reichen Hamburger Verwandten gemacht hatte. Er erzählte von Venedig, Rom und dem Vesuv, er sprach von der Villa Borghese, wo der verstorbene Goethe einen Teil seines Faust geschrieben habe, er schwärmte von Renaissance-Brunnen, die Kühlung spendeten, von wohlbeschnittenen Alleen, in denen es sich so angenehm lustwandeln lasse, und jemand erwähnte des großen, verwilderten Gartens, den Buddenbrooks gleich hinter dem Burgthore besaßen . . .«
(Thomas Mann, Buddenbrooks, 1901) 
Erste Seite des Manuskripts von Buddenbrooks, datiert: "Rom, Ende Oktober 1897" Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv © Alle Rechte vorbehalten S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main
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„Lieber Grautoff, Ich wohne hier Via del Pantheon 57,II, woselbst ich sehr bald einen Brief von Dir erwarte. Hoffentlich hast Du meinen letzten bekommen. Befolge in der äußeren Form Deines Briefes Ratschläge, die ich Dir gab. Verzeih meine Kürze und die Schrift. Ich schreibe im Restaurant nach Genuß verschiedener Weine. Besten Gruß T.M.“

(Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928, S. 82)
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"Mein lieber Grautoff,
[...] Mein Leben in Rom ist noch das relativ angenehmste, das ich leben kann, zumal meine literarische Verbindung mit Deutschland nicht abgebrochen ist und die interessanten Bücher und Journale mir zugänglich sind. [...] Gewöhnt übrigens daran, das Pantheon vor der Hausthür zu haben und vom Pincio über die majestätische Stadt nach Sankt Peter blicken zu können, ängstige ich mich wie vor einem bösen Schicksal davor, im nächsten Jahre in Münchens Schwanthaler-Öde zurückzukehren […]. Wir haben hier, solange die Tramontana anhält, verhältnismäßig kaltes Wetter bei blauem Himmel gehabt; nun wird der Scirokko wohl bis Ende Februar die Herrschaft behalten, denn im März beginnt ohnehin der Frühling, - der erste Frühling, den ich in Italien erleben werde: also der erste, den ich überhaupt erlebe.“

(Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928, S. 83-86)  
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„Der Himmel ist schon tiefblau, und die Wärme übersteigt diejenige unseres Juli schon ganz beträchtlich. Aber man ist durch einen ebenso südlichen Winter darauf vorbereitet und leidet nicht darunter. Man geht in die Campagna hinaus und trinkt in der Osteria einen Wein, der süß ist wie Malvasier; oder man setzt sich, ist man dazu zu träge, vor ein Café am Corso, trinkt einen Vermouth mit Selters, raucht eine Cigarette, sieht den Menschen zu und ist imstande, sich für 10 Minuten einzureden, das Leben sie eine grundhübsche Sache.“
(Thomas Mann: Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928, S. 94.)
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